| Erlebnisbericht New York Marathon |
| Geschrieben von: Gerold Meinen |
| Montag, den 25. Januar 2010 um 20:41 Uhr |
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Die Bilder in höherer Auflösung findet Ihr in der Galerie => Link
Albtraum vor der Abreise / Start Dienstagabend (27.10.) vor der Abreise knickte ich, geblendet durch ein entgegenkommendes Auto, mit dem rechten Fuß vom Fahrbahnrand ab. Mir war zum heulen, als ich beim weiterlaufen bemerkte, dass der Fuß immer dicker wurde. In New York (29.10) angekommen, konnte ich dann zu mindestens humpelnd die Stadt besichtigen. Einen Tag (31.10) vor dem großen Lauf beteiligten wir (Gerd Puse, Wilhelm Rieken, Conny und ich) uns am Friedenslauf der Nationen, welcher uns bzw. mich unter Schmerzen vom UN-Gebäude zum Central-Park führte. Am Morgen des 01.11. war es denn soweit. Um 5:45 Uhr sollten alle Läufer der Ossigruppe sich in der Hotelhalle treffen, um geschlossen zum Abfahrtsort des Busses zu gehen. Ich war 30 Minuten zu früh. Allerdings war ich bei weitem nicht der Einzige, der so früh schon unterwegs war. Die Fahrt nach Staten Island war faszinierend, denn wir sind die „Verrazano-Narrows“ Brücke hochgefahren, die den Start des Marathons darstellt. Aus dem Bus konnte man schon erahnen, welche Dimensionen diese Veranstaltung hat und welche Strapazen die langen Anstiege einem abverlangen würden. Nach kurzer Suche nach dem "grünen" Startdorf hieß es von Gerd Puse (Orange) Abschied zunehmen. (3 Dörfer á 7 Blöcke = 43000 Läufer) Der Versuch, wegen des Nieselregens, schnell unter eines der beiden aufgestellten Zelte unterschlupft zu finden, schlug wegen Überfüllung fehl. Wilhelm Rieken und ich mussten also draußen am Absprerrzaun Platz nehmen und warteten nun einfach 3 Stunden der Dinge, die da kommen sollten. Rund herum um mich begannen Leute am Boden zu liegen und zu schlafen. Dabei hatten einige fast eine komplette Bettgarnitur dabei. Faszinierend! Trockene Bagels Energieriegel und Kaffee
Das Startdorf war nun überfüllt und es war schwer, überhaupt einen Platz zum liegen bzw. zum hin hocken zu bekommen bzw. zu behalten. Sobald man auf der Toilette war, war der Platz weg. Es war spannend zu sehen, dass Menschen aus der ganzen Welt an dem Marathon teilnahmen und in welcher Weise sie ihre Nationalität kenntlich machten. "Mein Körper lief mit Gänsehautgefühl wie eine Maschine"
Die Brücke zwischen Brooklyn und Queens, dem nächsten Stadtviertel auf der Route, stellte die Halbmarathon-Distanz von 21,1 km dar. Diese nahm ich mit 1:42 und damit voll im Zeitsoll. Mit einem Wort mein Körper lief wie eine Maschine. Keinerlei Probleme. Aus Queens heraus ging es in Richtung Manhattan. Mittlerweile war Kilometer 25 gefallen und ich merkte beim verlassen der Queensboro Bridge, dass die First Avenue (New York City) überraschende Steigung bereit hielt, die ich so nicht im Höhenprofil gesehen hatte. Ab hier bemerkte ich, dass meine Kraft stetig nachließ. Danach ging es durch Manhattan in nördlicher Richtung, denn der letzte verbleibende Stadtteil New Yorks musste noch genommen werden: Harlem. Von dort ging es wieder zurück nach Manhattan in Richtung Central Park. Dann war der Ofen aus Dort allerdings begannen meine Probleme, denn es ging fast nur bergauf und kostete viel Kraft. Zudem bekam ich durch das viele trinken Seitenstechen. Einige Läufer hatten diesen Anstieg auf der Rechnung, denn die flogen nun an mir vorbei. Ich denke hier spielte Erfahrung eine große Rolle, denn mit dem Wissen, welches ich jetzt habe, hätte ich ein paar "Körner" zurückgelegt. Ab Kilometer 35 war ich dann völlig platt, was sich mit der Zwischenzeit von 3:10 h anstatt der erhofften 2:55 h deutlich zeigte. Die letzten Kilometer bergauf zogen sich wie Kaugummi. Endlich war der Eingang zum Central Park erreicht. Ich nahm an, dass es nun bergab gehen sollte, denn es ging lange genug bergauf, doch falsch gedacht. Der nächste Anstieg wartete. Danach ein kleiner Abstieg und dann noch ein Anstieg, der sich ewig zu ziehen schien. Bei dem Schild "nur noch 800 Meter bis zum Ziel" war ich verzweifelt, denn 800 Meter sind normalerweise nicht der Rede wert. Hier schienen sie ewig zu sein. Der letzte Abstieg zum Ziel war eigentlich ein Geschenk, allerdings konnte ich nur noch ins Ziel wanken und diesen Vorteil nicht mehr nutzen. Bei mir war der Ofen komplett aus! Mein Körper war vor Schmerzen steif wie ein Brett, trotzdem rang ich mir noch ein Lächeln für das Zielfoto ab. Die Uhr blieb bei 3:46:26 Stunden stehen. Wir bekamen die Finisher-Medaille ausgehändigt, einen isolierten Umhang umgehängt (gegen Auskühlung) sowie ein Verpflegungspaket (Wasser, Iso-Drink, Apfel, Energie-Riegel) in die Hand gedrückt. Ich wollte nur noch zu dem Pickup worin ich meine beim Start abgegebenen Kleidersack deponiert hatte. Tauschte meine nassen Laufklamotten gegen trockene und wärmende Kleidung aus und begab mich zum vereinbarten Treffpunkt mit Conny. Wir nahmen die nächste U-Bahn ins Hotel und dann ging es erstmal unter die Dusche. Danach kurz hingelegt. Zum Abschluss des Tages gingen wir dann Essen. Übrigens, mein Fuß machte weniger Probleme während des Laufes als danach. So humpelte ich wieder den Rest des New York Abenteuers durch die Gegend. Die Bilder in höherer Auflösung findet Ihr in der Galerie => Link
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An dem vergangenen New York Marathon nahm der BSC´ler Gerold Meinen teil. In seinem Erlebnisbericht schildert er seine Eindrücke über den weltberühmten Lauf.
Die Frühstücks-Versorgung war mit Kaffee, Tee, Energie-Riegeln und Wasser ausreichend. "Interessant" waren die trockenen Bagels ohne etwas drauf. Egal! Weißbrot ist "schnelles" Kohlenhydrat, also rein damit und mit Kaffee nachgespült. Wir dachten gar nicht nach, dass Kaffee entwässert.
Endlich Laufen: Der erste Kilometer war sehr hektisch und dicht gedrängt. Nach dem langen Anstieg kam natürlich ein ebenso langer Abstieg, denn die Brücken in New York sind alle gewölbt. Neben mir liefen zwei 3:30 Stunden-Pace-Maker. Das sagte mir, dass ich zu schnell unterwegs bin und nahm mich vorsorglich im Tempo zurück. Als die Verrazano-Narraows-Brücke hinter uns lag, empfingen uns in Broocklyn tausende von jubelnden Zuschauern. Gleichzeit wurden alle drei Startdörfer auf einer sechsspurigen Stadtautobahn zusammengeführt. Bei diesem Spektakel brachen bei mir alle Dämme der Gefühle und ich lief nur noch fast heulend und mit Gänsehaut durch alle Stadtteile New Yorks. Das Rennen lief anfangs wie geplant und meine Zwischenzeiten bei 5, 10 und 20 Kilometer waren sogar besser als gedacht. Kurz noch ein Wort zu meiner Versorgung während des Rennens: Ich hatte fünf Gels dabei, die ich in New York gekauft hatte und daher nicht kannte. Marschmellos waren nicht zu bekommen. Als ich den ersten Gel bei Kilometer 20 einnahm, war ich entsetzt darüber, dass dieses Gel sich wie ein klebriger süßer Klumpen im Mund einlagerte und sich selber nicht zersetzte. Ich nahm daher nur noch einen weiteren „Gelklumpen“ bei Kilometer 28 und war ab da nur noch damit beschäftigt, meinen Durst und Energiehaushalt durch Wasser und Energiedrinks abzudecken.