Handball, HVN-Pokal-Viertelfinale: HSG Friedeburg / Burhafe scheidet nach tollem Spiel aus
Wittmund – 28:28 – Noch zehn Sekunden sind zu spielen, die HSG Friedeburg/Burhafe bekommt noch einmal die Chance. Plötzlich landet der Ball auf Linksaußen. Robert Renken hat es in der Hand, völlig allein gelassen kann er für die Sensation sorgen. Renken zieht in die Mitte, springt ab, wirft. Die Schlusssirene ertönt und der Ball schlägt im Winkel des Duderstädter Gehäuses ein. Die Menge auf der Tribüne jubelt, doch die Blicke richten sich auf die Referees. Klar und deutlich zeigt das Gespann an: Zu spät. Kein Tor. Verlängerung. Ein Wimpernschlag fehlte, und das Unglaubliche wäre wahr geworden.
Zuvor hatten die Handballer der HSG Friedeburg/ Burhafe eine großartige Leistung gezeigt, dem favorisierten Tabellenführer der Regionalliga im Viertelfinale des HVN-Pokals von Beginn an Paroli geboten, ihn teilweise sogar dominiert. Am Ende eines spannenden Handballabends verließ die König-Truppe unter dem tosenden Applaus der Zuschauer als gefeierter Verlierer das Spielfeld.
Von der ersten Sekunde an waren die Hausherren präsent, sehr gut eingestellt von Trainer Jörg König. Die kompakte 6:0-Deckung mit Markus Dröge, Kai Behrend und Thorsten Bolz im Zentrum ließ nur wenige klare Chancen zu, die dann wiederum oftmals von dem einmal mehr glänzend aufgelegten Christian Brosig im HSG-Tor vereitelt wurden. Auf der Gegenseite spielten die Friedeburger und Burhafer ihre Angriffe lange und überlegt aus, führten so nach neun Minuten mit 6:3. Eine Schwächephase Mitte des ersten Durchgangs nutzten die nicht so spritzig wirkenden Gäste – die Duderstädter bestritten ihr viertes Spiel in neun Tagen – zum Ausgleich (9:9, 19. Minute). Die meiste Gefahr strahlte dabei der Jahn-Toptorjäger Dennis Knudsen aus. Doch die Gastgeber berappelten sich, kämpften sich zurück und gingen mit einem 15:13-Vorsprung in die Pause. Als der zweite Durchgang 13 Minuten alt war, traute das Publikum wohl seinen Augen kaum. 23:16 war auf der Anzeigetafel zu lesen, wohlgemerkt für die Hausherren. Manche hätten diesen Zwischenstand wohl andersherum vermutet.
Doch nach diesem Spurt zu Beginn der zweiten Halbzeit, angeführt von Kai Behrend, der in dieser Phase fünfmal traf, brach das Spiel der Ostfriesen zusammen. Sechs Tore in Folge brachten die Duderstädter wieder heran (23:21, 48.). Die von Jörg König genommene Auszeit zeigte Wirkung, sein Team fand zurück ins Spiel (26:23, 51.), geriet jedoch an den Rand ihrer Kraftreserven, worunter auch die Konzentration litt. Nach dem Ausgleich zum 26:26 (57.) war die Spannung am Siedepunkt angelangt. Auf den Führungstreffer der Gastgeber antworteten die Gäste stets mit dem Ausgleich. Nur auf den Treffer von Robert Renken hätten der TV nicht mehr reagieren können. Und so hatte der Regionalligist in der zweimal fünfminütigen Verlängerung den längeren Atem, ging direkt nach Wiederanpfiff mit drei Toren in Führung (29:31, 65.). Ein Rückstand, auf den die Hausherren nicht mehr antworten konnten.
Quelle: Anzeiger für Harlingerland vom 8. Februar 2010
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